Warum Hygienesteuerung oder thermische Desinfektion

In wasserführenden Leitungen leben 90 bis 99 Prozent der Mikroorganismen. Aber auch Krankheitserreger und Legionellen sind meistens feste Bestandteile einer natürlichen Trinkwassermikrobiologie. Unter normalen Bedingungen ist deren Anzahl allerdings so gering, dass sie den Menschen nicht gefährlich werden können. Besteht jedoch ein Legionellenverdacht, ermöglicht seit einigen Jahren die Methode der Durchflusszytrometrie (DZ) die tatsächliche Bakterienzahl einer Wasserprobe innert rund zwei Minuten zu ermitteln. Hygienespülung und thermische Desinfektion können einen Legionellenbefall verhindern.

Hauptsächliche Gefahrenorte

Gefährliche Anhäufungen von Legionellen in Trinkwassersystemen werden immer wieder in Alters-und Pflegeheimen festgestellt. Aber auch Hallenbäder, Schulen in Ferienzeiten, Ferienhäuser und Hotels mit Saisonbetrieb bleiben nicht verschont. Überall dort, wo Dusch- und Bademöglichkeiten in verschiedenen Räumen vorhanden sind, besteht die Gefahr von stagnierendem Wasser. Legionellenbakterien werden durch Aerosole (feinste kontaminierte Wassertröpfchen) eingeatmet, geraten so in die Lunge und erzeugen dort gefährliche Entzündungen.

Das Problem des letzten Meters / der letzten Zentimeter

Die Bakterien kommen natürlicherweise in feuchter Umgebung wie Trinkwasserleitungen vor. Wo das Wasser nicht laufend erneuert wird und eine Temperatur zwischen 25 und 45 Grad herrscht, erneuern sich Legionellen in kürzester Zeit sehr stark und sammeln sich gerne in den letzten Metern der Leitungen.

Spätestens bei der Wiederbenutzung müssen die Leitungen komplett gespült werden:

  • ● Kalt- und Warmwasser über rund 20 Minuten aus allen Hähnen laufen lassen
  • ● Genutztes Warmwasser täglich während mindestens einer Stunde auf 60ºC aufheizen
  • ● Garantierte Temperaturen von mindestens 60ºC bei Austritt und 55ºC
  • ● Temperatur des Kaltwassers sollte 20ºC nicht übersteigen> eine gute Dämmung zwischen den Warm-und Kaltwasserleitungen ist deshalb unerlässlich

 

Technische Lösung Hygienespülung

Bei einer automatischen Hygienespülung wird zu definierten Zeitabständen der Wasserfluss aktiviert und die Armatur durchgespült. So wird Stagnationswasser möglichst verhindert und einer Legionellenbildung bei Waschtisch- und Duschenarmaturen vorgebeugt. Dafür eignen sich intelligente, berührungsfreie elektronische Armaturen. Bei Urinalsteuerungen werden durch aktivierten Wasserfluss in erster Linie Gerüche reduziert. In allen elektronischen Steuerungen von Sanimatic ist eine solche Hygienesteuerung integriert und wird wahlweise je nach notwendigen Zeitabständen aktiviert. Wahlweise kann eine Hygienespülung alle 3 Stunden bis 72 Stunden nach letzter Benutzung ausgelöst werden. Die Vorteile einer Hygienespülung sind die einfache Aktivierung und die eher geringen Kosten, da sie bei den meisten elektronischen Armaturen bereits eingebaut ist. Für die Reinigung nach einer bakteriellen Kontamination ist sie aber nicht geeignet. Ein Legionellenbefall verlangt unbedingt mindestens eine thermische Desinfektion.

Zur Sanimatic Hygienespülung

                                                  

 

Technische Lösung thermische Desinfektion

Die sogenannte Legionellenschaltung ist eine thermische Desinfektion und ist den präventiven Lösungen zuzurechnen. Dabei wird der Trinkwassererwärmer (Boiler) und das gesamte Warmwasserleitungsnetz einschliesslich der Armaturen für mindestens 3 Minuten auf > 70°C erwärmt. Somit werden Leitungen und Armatur gleichzeitig gespült, thermisch desinfiziert und Legionellen inaktiviert. Es empfiehlt sich, die thermische Desinfektion manuell durchzuführen und zu protokollieren. Zur Vorbeugung können diese Massnahmen wöchentlich, monatlich oder nur vierteljährlich erforderlich sein. Die Temperaturen an den Auslaufstellen sollten hierbei gemessen und dokumentiert werden. Technische Lösungen mittels dritten Ventils wie dies mit der Duschensteuerung Sanimatic Pulse gelöst wird, empfehlen sich hier besonders. Bei starkem Legionellenbefall wird eine thermische Desinfektion allein nicht ausreichen. Hier sind zuerst weitere Massnahmen wie z.B. eine chemische Desinfektion erforderlich. Zudem ist das Wasser nach der Massnahme zu beproben, um die Wirksamkeit nachzuweisen.

 

 

Wichtig: Austrittstemperatur am Boiler

Wichtig ist es auch, dass die haustechnische Anlage für solch eine thermische Desinfektion ausgelegt ist. Diese muss im Stande sein, die nötige Wassermenge (min. für die geforderten 3 Min.) in der nötigen Wassertemperatur > 70°C bereit zu stellen. Nicht jede Heizungsanlage ist jedoch darauf ausgelegt, an der Zapfstelle sicher die 70°C zu erreichen. Deshalb muss die Austrittstemperatur am Boiler je nach Installation und Leitungslänge etwa 80°C betragen. Einige Brennwertgeräte lassen sich jedoch auf so hohe Temperaturen gar nicht einstellen. Dies sollte bei der Planung vorab unbedingt berücksichtigt werden.

 

Fazit

Für eine sichere und kostengünstige Trinkwasserversorgung ist es vorteilhaft, bereits beim Neubau Armaturen mit der Möglichkeit der automatischen Hygienespülung einzubauen. Wichtig ist es auch, den Leitungsquerschnitt richtig zu definieren, damit möglichst geringe Oberflächen/Volumenverhältnisse entstehen und der notwendige Wasserdurchfluss garantiert ist.

 

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