Zum Welttoilettentag 2015: Das WC, ein zivilisatorischer Meilenstein

Am 19. November findet jeweils der Welttoilettentag statt. Was sich im ersten Moment lustig anhören mag, hat einen ernsten Hintergrund. Denn mehr als 40 % der Weltbevölkerung fehlt der Zugang zu hygienischen Sanitäreinrichtungen. Die Menschen verrichten ihr Geschäft unter freiem Himmel, was zu verschmutztem Wasser und Krankheiten führt. Grund genug für uns, diesen Artikel dem WC zu widmen. 

Rund drei Jahre seiner Lebenszeit verbringt ein Mensch auf der Toilette. Das sind etwa 2‘500 Toilettenbesuche pro Jahr, bei denen er durchschnittlich sechs bis sieben Mal täglich seine Notdurft verrichtet. Dabei hinterlässt er jährlich etwa 100 Kilogramm an Ausscheidungen und verbraucht, zumindest wenn er aus den westlich geprägten Industriestaaten stammt, über 20‘000 Blatt Toilettenpapier.

 

Museum „Klo & So“

Grund genug für das „Klo & So“, dem Museum für historische Sanitärobjekte im österreichischen Gmunden, dem stillen Örtchen eine eigene Ausstellung zu widmen. „Kulturhistorisch gesehen ist das wassergespülte Klosett zweifelsohne eine wichtige zivilisatorische Leistung und ein Meilenstein in der Urbanisierung des Menschen – und wahrscheinlich eines der am meisten unterschätzten Alltagsobjekte“, sagt Alfred Zinhobl, Kurator des Klo & So. Und weiter: „Ohne WC wären die Hygieneprobleme und in der Folge die Seuchen in den Ballungsräumen der Neuzeit kaum beherrschbar gewesen.“

Flyer Klo & So als PDF

 

 

 

Meilensteine der Kulturgeschichte

Die Geschichte des WCs verläuft parallel zum Prozess der Verstädterung und Industrialisierung in der Neuzeit: Erstmals erfunden wurde es 1596 in England von Sir John Harrington, der es bereits mit den Elementen ausstattete, die uns heute vertraut sind – Sitz, Spülkasten und Ventil. Obwohl auch Königin Elisabeth I. ein solches WC in ihrem Schloss einbauen liess, wurde es damals noch belächelt und geriet in Vergessenheit. Erst 1775 wurde das „englische Klosett“ von dem Londoner Uhrmacher Alexander Cumming wiederentdeckt und mit geruchshemmendem Siphon versehen. Cumming gilt seither als Erfinder des modernen WCs. Thomas William Twyford of Hanley, ein britischer Töpfer, entwickelte 1870 das erste WC aus Keramik. „Das war gegenüber den bis dahin üblichen Varianten aus Gusseisen ein bedeutender Fortschritt“, so Zinhobl, „denn Keramik ist hygienischer, reinigungsfreundlicher und günstiger herzustellen.“ Damit verhalf die Keramik dem WC zum breiten Durchbruch, denn nun konnte es auch kostengünstig industriell hergestellt werden. 1963 erfand Xaver Jermann, ein Ingenieur von Keramik Laufen, die wandhängende WC-Keramik.

Die Erfolgsgeschichte des WCs ist noch lange nicht vorbei

Das wassergespülte WC ist heute und auch in Zukunft kaum aus der modernen Gesellschaft wegzudenken. Stand der Technik sind heute spülrandlose WCs, die dank des Verzichts auf einen Spülrand Hilfsmittel für die Toilettenreinigung – wie WC-Putzmittelflaschen mit gebogenen Hälsen, Duftsteine und WC-Bürsten mit Randreiniger – überflüssig machen. Denn wo kein Spülrand, dort auch keine Ablagerungen und keine unangenehmen Gerüche. Was das Wasser nicht wegspült, kann einfach mit einem Lappen und etwas Reiniger weggewischt werden.

Zum rimless Flyer

 

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